meinBlog.

Oktober 2022

"Kennst Du meine Nächte"

Neue CD mit Liedern von A. Mahler, D. Pejačević und J. Müller-Hermann

Die plötzlich freie Zeit, das leere Theater mit einem wunderbaren Tontechniker, der Intendant, der diese Ressourcen zur Verfügung stellt, ein leidenschaftlich engagierter Pianist  – all das machte es möglich, dass wir im Juni 2020 eine CD mit Liedern von Komponistinnen der K. und K. Zeit aufnehmen konnten.
Drei, in ihrem Stil sehr unterschiedliche und charakterstarke Künstlerpersönlichkeiten: eine kroatisch-ungarische Gräfin, die erste Professorin für Komposition und eine Komponistin, die man eher als „Frau und Muse von…“ kennt, haben uns facettenreiche Lieder geschenkt, die mit einem breiten emotionalen Spektrum und in einer handwerklichen Könnerschaft begeistern.
Dora Pejačević wurde 1885 als Tochter einer ungarischen Baronin und ausgebildeten Pianistin und Svngerin und des kroatisch-slawonisches Vizekönigs (Ban) geboren. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie in Budapest, Zagreb, Dresden und München. Sie war die erste Frau in Kroatien, die Orchesterwerke schrieb und hat ein umfangreiches Werk an Kammermusik und Liedern hinterlassen. Sie starb 1923 kurz nach der Geburt ihres Sohnes Theo.
Johanna Müller-Hermann wurde 1868 in Wien in einem gutbürgerlichen Haushalt geboren. Sie war mehrere Jahre Volksschullehrerin, bevor sie durch Heirat ihre Berufstätigkeit aufgab und ihre Musikstudien u. a. bei Zemlinsky fortsetze. 1919 wurde sie Professorin am Neuen Wiener Konservatorium. Ihr Werk umfasst zahlreiche Lieder, Kammermusik und groß besetzte Werke. Nach ihrem Tod 1941, setzte sich insbesondere Furtwängler für die Erhaltung ihres Werks ein.
Alma Mahler-Schindler wurde 1879 in Wien als Tochter eines erfolgreichen Landschaftsmalers geboren. Sie begann bereits als Jugendliche zu komponieren und erhielt u. a. Unterricht bei Zemlinsky. Mit ihrer Heirat von Gustav Mahler gab sie ihre Kompositionstätigkeit auf. Von ihren zahlreichen Liedern sind lediglich 17 erhalten. Sie starb 1964 in New York.

Karen Leiber - CD - Kennst Du meine Nächte

Juli 2022

"Singen macht glücklich"

Im Schuljahr 2021/2022 durfte ich am Schweriner Goethe-Gymnasium, einem Musikgymnasium mit zahlreichen Chören und Orchestern, Stimmbildungsunterricht geben.

Meine Begeisterung und große Wertschätzung für die Schule mit ihrem Konzept, ihren engagierten Kolleginnen und Kollegen und ihren begabten und neugierigen Schülerinnen und Schülern hat mich dazu bewogen, die musikalische Arbeit der Schule und die damit verbundene Förderung der Liebe zur Musik und insbesondere zur menschlichen Stimme mit dem folgenden Artikel bekannter zu machen, denn "Singen macht glücklich".

Karen Leiber - Singen macht glücklich

Herbst 2021

Gesangspädagogische Masterstudiengänge in Deutschland

Die Entscheidung für den Sängerberuf ist in den meisten Fällen eine Entscheidung für Portfolio-Karrieren, also für ein komplexes und vielseitiges Berufsfeld. In zahlreichen sängerischen Biographien war, ist oder wird das Unterrichten ein wesentlicher Teil des Berufs, und eine große Anzahl der als Opernsolistinnen ausgebildeten Studierenden wird als Gesangslehrerinnen, Chorleiter oder Stimmcoach für Managerinnen, Lehrer und Politikerinnen arbeiten.

Wie die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den gesangspädagogischen Masterstudiengängen in Deutschland gestaltet sind, welche Voraussetzungen bestehen, welche inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden, welche Wahlmöglichkeiten bestehen und welche Prüfungen abgelegt werden, ist Teil der vorliegenden Studie, die ich für meinen Masterabschluss „Higher Education“ an der Universität Hamburg durchgeführt habe. Der Artikel ist im Oktober 2021 in der gesangspädagogischen Fachzeitschrift „Vox Humana“ 3/21 erschienen.

Karen Leiber - Gesangspädagogische Masterarbeit

Mai 2020

"Ich bin der Welt abhanden gekommen"

Seit Mitte März ist das Staatstheater in Schwerin geschlossen.

Das Aussetzen des Spielbetriebs hat zu zahlreichen neuen Ideen und neuen künstlerisch kreativen Wegen geführt. Wenn uns auch das gemeinsame Erleben von Live-Musik fehlt, so gab es doch ein paar Lichtmomente, die nur in diesem Kontext entstehen konnten.

Martin Schelhaas, Dirigent, Studienleiter der Mecklenburgischen Staatstheaters und feinfühliger Arrangeur hat ein unglaublich gelungenes Arrangement von Mahlers „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ für Oboe, Harmonium, Klavier und Sopran geschaffen. Es wurde im Mai auf der großen Bühne des Opernhauses aufgenommen und trifft, wie ich finde, ganz genau die Stimmung dieser sonderbaren und besonderen Gegenwart.

September 2019

"A lovely article "

A lovely article about my career in the “Old Cornelian” – the Alumni-Magazine – of my school. Many thanks to Mayfield School for your support and inspiration.

Karen Leiber - Interview

Mai 2018

Schlossfestspiele - Tosca

Im Vorfeld zur Tosca-Premiere bei den Schweriner Schlossfestspielen gab es zahlreiche Interviews zu bestreiten. Hier ein eher persönliches

Karen Leiber - Interview

September 2017

Willkommen, Schwerin!

Fotoshooting als Desdemona für Otello auf dem Dach meiner neuen Wirkungsstätte – dem Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.

Karen Leiber vor dem Schweriner Schloss

Ab dem 30. September läuft hier die Operngala mit einem Querschnitt durch das Repertoire der Spielzeit, wo ich so schöne Arien wie Desdemonas „Ave Maria“ und Toscas „Vissi d’arte“ singen darf.

Am 13. Oktober starten wir dann mit Verdis Otello in der sicherlich spannenden und psychologisch sehr differenzierten Regie von Katharina Thoma. Mit dabei sind Christian Juslin als Otello und Yoontaek Rhim als Jago. Ganz besonders freue ich mich auf das Dirigat von Daniel Huppert, mit dem ich schon in der Spielzeit 15/16 als Salome sehr beglückende Abende erleben durfte!

Juni 2017

Margot Müller †

Am 14. Mai ist Margot Müller 95-jährig verstorben. Die Wagner-Liebhaberin und Mäzenin war eine eindrucksvolle und über die Maßen aktive Frau. Zu ihrer Beerdigung auf dem Würzburger Hauptfriedhof hat sie sich Isoldes Liebestod mit dem Philharmonische Orchester Würzburg unter Enrico Calesso und mir gewünscht.

Ich habe die Totenfeier dieser wunderbaren Frau als einen sehr stimmigen Abschied erlebt. In großer Dankbarkeit für alles was sie für Mensch und Musik ermöglicht hat.

Margot Müller - Abschiedsgruß 1 Margot Müller - Abschiedsgruß 2

April 2017

Hochschuldidaktik

Neben dem Singen ist meine große Leidenschaft die Hochschuldidaktik. Durch meine Dozentur im Studiengang Akademische Sprachtherapie/Logopädie an der Würzburger Universität und im Rahmen meines Studiums „Master of Higher Education“ an der Universität Hamburg, komme ich immer wieder mit neuen spannenden Themen und Fragestellungen in Kontakt. In diesem Sommersemester habe ich ein Seminar zu „Forschungsnahem Lehren und Lernen“ besucht und bin auf die Frage gestoßen, was künstlerisches Forschen bedeutet. Welche Erkenntnisse generieren Künstler*innen und Musiker*innen durch ihr Tun? Wie können diese Erkenntnisse für andere fruchtbar gemacht werden? Welcher Methoden bedient sich künstlerische Forschung? Bin ich als Sängerin und Interpretin einer Partie auch Erforscherin dieser Rolle? Ich habe dazu einen Text geschrieben, den ich gerne hier teilen möchte.

Forschen und Kunst. Ein Essay von Karen Leiber Karen Leibers Essay

17.6.2016

Elettra ist verliebt

verliebte Elettra

"Dieses Bild ist zwar im dritten Akt von Mozarts Idomeneo während der Wahnsinnsarie entstanden, aber Elettra hat ihren Koffer auch schon im 2. Akt dabei.

In ihrer Szene im zweiten Akt hofft sie endlich mit Ihrem Verlobten Idamantes auf einem Schiff in die Glückseligkeit zu reisen. Sie stellt sich vor, was alles Schönes passieren wird, wie sie die Glut und das Feuer zwischen Idamantes und sich neu entfachen kann. Das wird zwar auch durch den Text ausgedrückt, mehr aber noch durch all die Koloraturen und Verzierungen, die ihre Sehnsucht, ihre Lust, ihr Verlangen hörbar machen.

Neulich beim Üben dieser Passage habe ich entdeckt, dass ich diese Schmetterlinge im Bauch auch noch mit einer Verbindung von szenischer Aktion und musikalischer Linie deutlich machen kann, indem ich an einer ganz bestimmten Stelle den Verlobungsring von Idamantes aus dem Schmuckkästchen nehme.

Mozarts Ideenreichtum

Mozart hätte ganz einfach die zweite Phrase wie die erste enden lassen können, er erfüllt hier aber nicht die Hörerwartung, sondern erweitert die zweite Phrase noch um einen ganzen Takt. Der Oktavsprung und die anschließenden Seufzer können gut Elettras Sehnsucht hörbar machen.

...und ganz nebenbei fällt es mir auch leichter diese Phrase in einem Atem zu singen, wenn ich mir dieser inneren Vorgänge bewusst bin."

Neues Spielzeitheft-Foto

12.5.2016

Neue Spielzeit

"Dieses Bild von Fotograf Nik Schölzel ist für das neue Spielzeitheft des Würzburger Theaters entstanden.
Danke Nik!"

Ist Salome pervers?

26.4.2016

"Ist Salome pervers?"

"Ich finde es immer sehr spannend nach einer Premiere mit dem Publikum in Kontakt zu kommen und die Kritiken über eine Vorstellung zu lesen. Häufig ergeben sich dann auch noch einmal für mich neue Sichtweisen auf eine Inszenierung, auf meine B¨hnenfigur, auf das Beziehungsgeflecht oder auf musikalische Interpretationen.

So auch bei Salome am Schweriner Staatstheater. Eine Zuschauerin war ganz aufgewühlt und wollte dringend von mir wissen, ob Salome pervers ist; also verkehrt, verdreht, abnormal. Natürlich ist jemand pervers, der einen abgeschlagenen Kopf fordert, um ihn dann zu küssen. Aber die Salome in unserer Schweriner Inszenierung weiß und fühlt, dass sie nur durch die intime Begegnung mit Jochanaan einen Ausweg aus der perversen Welt ihrer Eltern finden kann. Da Jochanaan ihr lebend nicht erlaubt, ihn zu küssen, muss sie ihn ohne dessen Erlaubnis küssen und das geht nur, wenn er tot ist. Sie selbst empfindet ihr handeln nicht als pervers. Bei der Matinee zwei Wochen vor der Premiere wollte ein Besucher von mir wissen, warum Salome ausgerechnet Jochanaan will. Ich denke, Jochanaan verkörpert in dieser Welt aus Macht und Ohnmacht, übergroßem Reichtum, Gatten- und Brudermord für Salome einen Ausweg, durch ihn kann sie sich durch ihn ganz neu erfahren.

Auch folgende Äußerung eines Zuschauers hat mich berührt: „ Erst hätte ich gar nicht gedacht, dass mich die Oper noch packt, aber dann im Schlussmonolog, als zwischen all den brutalen und leidenschaftlichen Ausbrüchen diese zarten, leisen, lyrischen und einfach schönen Phrasen kamen, ist mir so klar geworden, dass auch in einem Monster Empfindung und Liebe stecken, dass auch ein Monster menschlich ist."

Prominent besetzte Wagner-Gala

8.4.2016

Wagner-Gala, gemeinsam
mit Klaus Florian Vogt

Ouvertüre zu Rienzi
Fliedermonolog
Vorspiel und Liebestod
Gralserzählung

1. Akt Walküre Sopran: Karen Leiber
Tenor: Klaus Florian Vogt
Bass: Günther Groissböck
Dirigent: Enrico Calesso
Würzburger Philharmonie

"Am 4. April zur Generalprobe bin ich Klaus Florian Vogt zum ersten Mal begegnet und natürlich war ich sehr aufgeregt, mit so einem erfahrenen und berühmten Wagner-Helden singen zu dürfen.

Auch ist es bei konzertanten Opern immer eine Herausforderung, die Charaktere, deren Emotionen, Sehnsüchte und Konflikte glaubhaft darzustellen. Klaus Florian Vogt hat mir das unglaublich leicht gemacht, indem er ganz natürliche und klare Impuls in Form von Blicken, Gesten und kleinen Bewegungen gegeben hat. Ich konnte einfach darauf reagieren und so haben wir die Begegnung von Siegmund und Sieglinde wirklich erzählen können.