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2018.

Mai 2018

Schlossfestspiele - Tosca

Im Vorfeld zur Tosca-Premiere bei den Schweriner Schlossfestspielen gab es zahlreiche Interviews zu bestreiten. Hier ein eher persönliches

Karen Leiber - Interview

2017.

September 2017

Willkommen, Schwerin!

Fotoshooting als Desdemona für Otello auf dem Dach meiner neuen Wirkungsstätte – dem Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.

Karen Leiber vor dem Schweriner Schloss

Ab dem 30. September läuft hier die Operngala mit einem Querschnitt durch das Repertoire der Spielzeit, wo ich so schöne Arien wie Desdemonas „Ave Maria“ und Toscas „Vissi d’arte“ singen darf.

Am 13. Oktober starten wir dann mit Verdis Otello in der sicherlich spannenden und psychologisch sehr differenzierten Regie von Katharina Thoma. Mit dabei sind Christian Juslin als Otello und Yoontaek Rhim als Jago. Ganz besonders freue ich mich auf das Dirigat von Daniel Huppert, mit dem ich schon in der Spielzeit 15/16 als Salome sehr beglückende Abende erleben durfte!

Juni 2017

Margot Müller †

Am 14. Mai ist Margot Müller 95-jährig verstorben. Die Wagner-Liebhaberin und Mäzenin war eine eindrucksvolle und über die Maßen aktive Frau. Zu ihrer Beerdigung auf dem Würzburger Hauptfriedhof hat sie sich Isoldes Liebestod mit dem Philharmonische Orchester Würzburg unter Enrico Calesso und mir gewünscht.

Ich habe die Totenfeier dieser wunderbaren Frau als einen sehr stimmigen Abschied erlebt. In großer Dankbarkeit für alles was sie für Mensch und Musik ermöglicht hat.

Margot Müller - Abschiedsgruß 1 Margot Müller - Abschiedsgruß 2

April 2017

Hochschuldidaktik

Neben dem Singen ist meine große Leidenschaft die Hochschuldidaktik. Durch meine Dozentur im Studiengang Akademische Sprachtherapie/Logopädie an der Würzburger Universität und im Rahmen meines Studiums „Master of Higher Education“ an der Universität Hamburg, komme ich immer wieder mit neuen spannenden Themen und Fragestellungen in Kontakt. In diesem Sommersemester habe ich ein Seminar zu „Forschungsnahem Lehren und Lernen“ besucht und bin auf die Frage gestoßen, was künstlerisches Forschen bedeutet. Welche Erkenntnisse generieren Künstler*innen und Musiker*innen durch ihr Tun? Wie können diese Erkenntnisse für andere fruchtbar gemacht werden? Welcher Methoden bedient sich künstlerische Forschung? Bin ich als Sängerin und Interpretin einer Partie auch Erforscherin dieser Rolle? Ich habe dazu einen Text geschrieben, den ich gerne hier teilen möchte.

Forschen und Kunst. Ein Essay von Karen Leiber Karen Leibers Essay

2016.

17.6.2016

Elettra ist verliebt

verliebte Elettra

"Dieses Bild ist zwar im dritten Akt von Mozarts Idomeneo während der Wahnsinnsarie entstanden, aber Elettra hat ihren Koffer auch schon im 2. Akt dabei.

In ihrer Szene im zweiten Akt hofft sie endlich mit Ihrem Verlobten Idamantes auf einem Schiff in die Glückseligkeit zu reisen. Sie stellt sich vor, was alles Schönes passieren wird, wie sie die Glut und das Feuer zwischen Idamantes und sich neu entfachen kann. Das wird zwar auch durch den Text ausgedrückt, mehr aber noch durch all die Koloraturen und Verzierungen, die ihre Sehnsucht, ihre Lust, ihr Verlangen hörbar machen.

Neulich beim Üben dieser Passage habe ich entdeckt, dass ich diese Schmetterlinge im Bauch auch noch mit einer Verbindung von szenischer Aktion und musikalischer Linie deutlich machen kann, indem ich an einer ganz bestimmten Stelle den Verlobungsring von Idamantes aus dem Schmuckkästchen nehme.

Mozarts Ideenreichtum

Mozart hätte ganz einfach die zweite Phrase wie die erste enden lassen können, er erfüllt hier aber nicht die Hörerwartung, sondern erweitert die zweite Phrase noch um einen ganzen Takt. Der Oktavsprung und die anschließenden Seufzer können gut Elettras Sehnsucht hörbar machen.

...und ganz nebenbei fällt es mir auch leichter diese Phrase in einem Atem zu singen, wenn ich mir dieser inneren Vorgänge bewusst bin."

Neues Spielzeitheft-Foto

12.5.2016

Neue Spielzeit

"Dieses Bild von Fotograf Nik Schölzel ist für das neue Spielzeitheft des Würzburger Theaters entstanden.
Danke Nik!"

Ist Salome pervers?

26.4.2016

"Ist Salome pervers?"

"Ich finde es immer sehr spannend nach einer Premiere mit dem Publikum in Kontakt zu kommen und die Kritiken über eine Vorstellung zu lesen. Häufig ergeben sich dann auch noch einmal für mich neue Sichtweisen auf eine Inszenierung, auf meine B¨hnenfigur, auf das Beziehungsgeflecht oder auf musikalische Interpretationen.

So auch bei Salome am Schweriner Staatstheater. Eine Zuschauerin war ganz aufgewühlt und wollte dringend von mir wissen, ob Salome pervers ist; also verkehrt, verdreht, abnormal. Natürlich ist jemand pervers, der einen abgeschlagenen Kopf fordert, um ihn dann zu küssen. Aber die Salome in unserer Schweriner Inszenierung weiß und fühlt, dass sie nur durch die intime Begegnung mit Jochanaan einen Ausweg aus der perversen Welt ihrer Eltern finden kann. Da Jochanaan ihr lebend nicht erlaubt, ihn zu küssen, muss sie ihn ohne dessen Erlaubnis küssen und das geht nur, wenn er tot ist. Sie selbst empfindet ihr handeln nicht als pervers. Bei der Matinee zwei Wochen vor der Premiere wollte ein Besucher von mir wissen, warum Salome ausgerechnet Jochanaan will. Ich denke, Jochanaan verkörpert in dieser Welt aus Macht und Ohnmacht, übergroßem Reichtum, Gatten- und Brudermord für Salome einen Ausweg, durch ihn kann sie sich durch ihn ganz neu erfahren.

Auch folgende Äußerung eines Zuschauers hat mich berührt: „ Erst hätte ich gar nicht gedacht, dass mich die Oper noch packt, aber dann im Schlussmonolog, als zwischen all den brutalen und leidenschaftlichen Ausbrüchen diese zarten, leisen, lyrischen und einfach schönen Phrasen kamen, ist mir so klar geworden, dass auch in einem Monster Empfindung und Liebe stecken, dass auch ein Monster menschlich ist."

Prominent besetzte Wagner-Gala

8.4.2016

Wagner-Gala, gemeinsam
mit Klaus Florian Vogt

Ouvertüre zu Rienzi
Fliedermonolog
Vorspiel und Liebestod
Gralserzählung

1. Akt Walküre Sopran: Karen Leiber
Tenor: Klaus Florian Vogt
Bass: Günther Groissböck
Dirigent: Enrico Calesso
Würzburger Philharmonie

"Am 4. April zur Generalprobe bin ich Klaus Florian Vogt zum ersten Mal begegnet und natürlich war ich sehr aufgeregt, mit so einem erfahrenen und berühmten Wagner-Helden singen zu dürfen.

Auch ist es bei konzertanten Opern immer eine Herausforderung, die Charaktere, deren Emotionen, Sehnsüchte und Konflikte glaubhaft darzustellen. Klaus Florian Vogt hat mir das unglaublich leicht gemacht, indem er ganz natürliche und klare Impuls in Form von Blicken, Gesten und kleinen Bewegungen gegeben hat. Ich konnte einfach darauf reagieren und so haben wir die Begegnung von Siegmund und Sieglinde wirklich erzählen können.